White Label Zahnersatz für Dentallabore: Ablauf, Voraussetzungen, Grenzen
Von Miguel Reis · get.dental GmbH · Aktualisiert am 7. Oktober 2026
White Label Zahnersatz im Überblick
Rund um White Label Zahnersatz stellt sich Dentallaboren vor allem eine Frage: Was darf unter der Labormarke laufen, und wo liegen die Grenzen? Die folgenden Abschnitte ordnen White Label Zahnersatz Schritt für Schritt ein.
Ob White Label Zahnersatz sinnvoll ist, zeigt sich an Auslastung, Personal und Fertigungstiefe. Wer White Label Zahnersatz sauber plant, prüft Kapazität, Qualität und Kosten vor der ersten Bestellung. Die Antworten zu White Label Zahnersatz stützen sich auf die Abläufe bei get.dental. Bei Fragen zu White Label Zahnersatz hilft der Kontakt weiter.
Eigene Marke, fremde Fertigung
Unter Ihrer eigenen Labormarke verkaufen, ohne selbst zu fertigen: wie das White-Label-Modell in Ihrem Dentallabor funktioniert, was Sie dafür vorbereiten müssen und wo die Grenzen liegen.
White Label Zahnersatz für Dentallabore bedeutet: Sie verkaufen Zahnersatz unter Ihrem eigenen Labornamen, ohne ihn selbst zu fertigen. Produktion, Versand und technischer Support laufen im Hintergrund über Ihren Fertigungspartner, Ihre Praxiskunden sprechen ausschließlich mit Ihnen. Für Dentallabore ist das der schnellste Weg, das Sortiment zu erweitern, ohne Personal aufzubauen oder in Fräs- und Sintertechnik zu investieren.
Der Unterschied zum reinen Zukauf liegt im Auftritt nach außen: Beim Zukauf erweitern Sie nur Ihr Sortiment, im White-Label-Modell tragen Bestellstrecke, Lieferung und Rechnung durchgehend den Namen Ihres Dentallabors. Kronen, Brücken, Prothetik und Schienen bieten Sie unter Ihrer Marke an, die zahntechnische Umsetzung übernimmt Ihr Fertigungspartner.
Wie White Label Zahnersatz im Dentallabor funktioniert
Das Modell besteht aus drei Ebenen, die Sie sauber getrennt halten müssen: Kundenbeziehung, Bestellstrecke und Fertigung. Ihre Praxiskunden bleiben Kunden Ihres Labors, die Aufträge laufen über eine definierte Strecke, und die zahntechnische Umsetzung übernimmt Ihr Fertigungspartner.
- Auftragseingang: Ihr Praxiskunde übermittelt Scan oder Abformung an Ihr Labor.
- Weitergabe: Sie übergeben den Auftrag mit allen nötigen Angaben an Ihren Fertigungspartner.
- Fertigung und Versand: Die Arbeit wird produziert und geliefert.
- Wareneingang: Sie kontrollieren und dokumentieren die Lieferung in Ihrem Labor.
- Übergabe: Rechnung und Kommunikation gegenüber der Praxis liegen bei Ihnen.
Voraussetzungen in Ihrem Dentallabor
White Label funktioniert nicht ohne Vorarbeit. Drei Punkte sollten Sie geklärt haben, bevor der erste Auftrag aus Ihrem Labor rausgeht.
Sortimentsentscheidung
Welche Arbeiten kaufen Sie zu, welche bleiben in Ihrer eigenen Fertigung? Sinnvoll ist meist der Zukauf standardisierbarer Arbeiten mit planbarem Ablauf, während Spezialfälle und alles, was eng mit dem Behandler abgestimmt wird, in Ihrem Haus bleibt.
Preisstruktur
Im White-Label-Modell setzen Sie den Verkaufspreis gegenüber Ihren Praxiskunden selbst. Die Marge ergibt sich aus der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis. Kalkulieren Sie dabei auf Vollkosten: Wareneingangskontrolle, Nacharbeit, Kommunikation und Reklamationsabwicklung bleiben Aufwand in Ihrem Labor.
Deklaration gegenüber der Praxis
Zahnersatz aus internationaler Fertigung ist deklarationspflichtig. Sie müssen den Zukauf gegenüber Ihren Praxiskunden offenlegen und in der Abrechnung korrekt abbilden.
Der Fertigungsort gehört ohnehin in die Unterlagen: Die Erklärung zur Sonderanfertigung nennt „Name und Anschrift des Herstellers sowie aller Fertigungsstätten“ (MDR, Anhang XIII Abschnitt 1).
Auf einen Blick
- White Label ist ein Vertriebsmodell, kein Fertigungsgrad.
- Ihre Praxiskunden bleiben Ihre Kunden, die Marke bleibt Ihre.
- Marge entsteht aus der Spanne, nicht aus zusätzlicher Maschinenauslastung.
- Deklaration und Wareneingangskontrolle bleiben Pflicht in Ihrem Labor.
Was ein White-Label-Bestellportal leistet
Der praktische Unterschied zwischen einfachem Zukauf und einem echten White-Label-Angebot liegt im Bestellportal. Ein Portal im Design Ihres Labors, mit Ihrem Logo, Ihren Farben und Ihrem Impressum, verschiebt die Wahrnehmung: Ihre Praxiskunden bestellen sichtbar bei Ihnen, nicht bei einem Dritten.
Gleichzeitig entfällt die IT-Entwicklung. Statt einen eigenen Shop zu bauen, zu pflegen und rechtlich abzusichern, nutzen Sie eine fertige Bestellstrecke. Bei g.d WhiteLabel übernimmt der Partner zusätzlich Produktion, Versand und telefonischen technischen Support, während Ihre Praxiskunden ausschließlich mit Ihnen kommunizieren.
Abgrenzung zu FullFinished und SemiFinished
| Kriterium | g.d FullFinished | g.d SemiFinished |
|---|---|---|
| Lieferzustand | Finalisiert, für den Weiterverkauf | Halbfertigerzeugnis zur Finalisierung |
| Typische Arbeiten | Kronen, Brücken, Modellguss, Total- und Valplastprothesen, Vollzirkon, Schienen | Kronen- und Brückengerüste, Modellgussgerüste, Teleskopteile, individuelle Abutments |
| Aufwand im Labor | Wareneingangskontrolle | Verblendung und Fertigstellung |
| Passt, wenn | Durchsatz und Kapazität im Vordergrund stehen | die eigene Handschrift auf der Keramik bleiben soll |
Qualität und Dokumentation
Internationale Fertigung ist für sich genommen kein Qualitätsargument, sondern eine Frage der Prozesssicherheit. Belastbar wird das Modell über nachvollziehbare Materialkennzeichnung, ein dokumentiertes Qualitätsmanagement und eine funktionierende Wareneingangskontrolle in Ihrem eigenen Labor.
Bei get.dental werden die Arbeiten aus CE-zertifizierten Materialien für die Medizintechnik gefertigt und durchlaufen ein TÜV-zertifiziertes Qualitätsmanagement. Auf finalisierte Produkte besteht eine vertraglich erweiterte Gewährleistung von fünf Jahren gemäß AGB. Ihre Eingangsprüfung bleibt davon unberührt: Passung, Okklusion, Oberfläche und Vollständigkeit kontrollieren und dokumentieren Sie vor der Weitergabe an die Praxis.
In den AGB steht dazu: „Die Gewährleistungsfrist beträgt fünf Jahre ab Rechnungsdatum der Ware.“ (AGB der get.dental GmbH, § 7)
Für welche Labore sich das Modell rechnet
Am deutlichsten wirkt White Label in Dentallaboren, in denen Nachfrage vorhanden ist, aber Kapazität fehlt.
- Kleine Labore ohne eigene CAD/CAM-Fertigung
- Praxislabore mit begrenztem Personal
- Labore vor einer Investitionsentscheidung in Fräs- oder Sintertechnik
- Wachsende Labore, die neue Praxiskunden gewinnen wollen
Weniger passend ist es, wenn Ihre Positionierung vollständig auf individueller Handarbeit beruht und Ihr Auftragsmix keinen standardisierbaren Anteil hat.
Quellen
- Allgemeine Geschäftsbedingungen der get.dental GmbH, § 7 Haftung – get.dental GmbH
- Verordnung (EU) 2017/745 (MDR), Anhang XIII Abschnitt 1 – Europäische Union (EUR-Lex)
Häufige Fragen
Erfahren meine Praxiskunden, wer tatsächlich fertigt?
Ihre Praxiskunden kommunizieren im White-Label-Modell ausschließlich mit Ihrem Labor. Die Herkunft der Arbeit müssen Sie aber offenlegen: Zahnersatz aus internationaler Fertigung ist gegenüber der Praxis zu deklarieren und in der Abrechnung korrekt auszuweisen.
Wie schnell ist mein White-Label-Angebot startklar?
Der zeitkritische Teil ist nicht die Technik, sondern Ihre eigene Vorbereitung: Sortiment festlegen, Preise kalkulieren, Abläufe für Wareneingang und Reklamation definieren, Praxiskunden informieren. Die Bestellstrecke selbst steht mit der Einrichtung Ihres Portals.
Was passiert bei einer Reklamation aus der Praxis?
Gegenüber der Praxis bleiben Sie Ansprechpartner. Im Innenverhältnis regeln die Vereinbarungen mit Ihrem Fertigungspartner, wie Nacharbeit, Neuanfertigung und Fristen abgewickelt werden. Dieser Weg sollte vor dem ersten Auftrag schriftlich feststehen.
Muss ich ein Mindestvolumen abnehmen?
Bei get.dental gibt es keine Mindestabnahme. Sie können mit einem klar abgegrenzten Pilotauftrag in Ihrem Labor einsteigen, ohne Kapazität langfristig zu binden.
Passende Leistungen und Fachthemen
Nächster Schritt
Richten Sie Ihr Portal mit einem klar abgegrenzten Sortiment ein und starten Sie mit zwei bis drei Stammpraxen. So sammeln Sie Erfahrung, bevor Sie breiter ausrollen.
White Label Zahnersatz im Laboralltag: was sich ändert
Mit White Label Zahnersatz verschiebt sich die Arbeit im Labor von der Fertigung zur Betreuung. Ihre Praxen bestellen weiter bei Ihnen, nur die Fertigung läuft extern. Die freie Kapazität nutzen Sie für Beratung, Farbnahme und anspruchsvolle Einzelfälle.
Wichtig ist ein klarer Ablauf. Der Auftrag kommt digital über Ihr Bestellportal herein. Gefertigt wird mit CE-zertifizierten Materialien für die Medizintechnik, unter einem TÜV-zertifizierten Qualitätsmanagement in Deutschland. Die Rechnung an die Praxis stellen Sie, nicht get.dental.
White Label Zahnersatz: Zeiten und Gewährleistung
Für Ihre Kalkulation zählen feste Produktionszeiten: Vollzirkon 8 Arbeitstage, Kronen und Brücken 11, Kombinationstechnik 12. Dazu kommt eine vertraglich auf fünf Jahre verlängerte Gewährleistung, Voraussetzungen gemäß AGB.
Worauf Sie bei der Auswahl des Partners achten, steht in White-Label-Anbieter auswählen. Wie die Prüfung im Wareneingang läuft, zeigt Wareneingangskontrolle für zugekauften Zahnersatz. Wie Sie die Marge berechnen, lesen Sie unter White-Label-Marge kalkulieren. Alle Details zum Modell finden Sie auf g.d WhiteLabel.
Das Wichtigste in Kürze
White Label Zahnersatz bedeutet: Das Dentallabor verkauft Zahnersatz unter eigener Marke, während get.dental die Fertigung übernimmt. Mit g.d WhiteLabel laufen Auftragsannahme, Bestellportal und Rechnungsstellung im Namen des Labors; der Vertrag läuft über fünf Jahre. Gefertigt wird nach Auftrag mit CE-zertifizierten Materialien, TÜV-zertifiziertem Qualitätsmanagement und einer vertraglich auf fünf Jahre verlängerten Gewährleistung (Voraussetzungen gemäß AGB).
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