Dental-Services

Zweite Produktlinie fürs Dentallabor: Sortiment, Preise, Abgrenzung

Die Praxis fragt nach einer günstigeren Versorgung, und das Labor hat nichts anzubieten außer dem eigenen Preis. Das ist der Moment, in dem Patienten zu einem anderen Anbieter abwandern — und der Grund, warum immer mehr Labore eine zweite Produktlinie aufbauen. Dieser Text behandelt die drei Fragen, an denen das gelingt oder scheitert: Sortiment, Preisabstand, Abgrenzung.

Warum eine zweite Linie und nicht einfach ein Rabatt

Ein Rabatt auf die bestehende Linie senkt die Marge und entwertet das eigene Preisniveau dauerhaft. Eine zweite Linie macht etwas anderes: Sie schafft ein klar abgegrenztes Angebot mit eigener Fertigung, eigenem Preis und eigener Begründung. Die Premiumlinie bleibt unberührt — und damit auch der Preis, den Sie dort durchsetzen.

Die Voraussetzung ist, dass die zweite Linie nicht aus Ihrer eigenen Fertigung kommt. Wer intern günstiger produziert, senkt am Ende nur den eigenen Stundensatz.

Womit das Sortiment beginnt

Eine zweite Linie muss nicht das gesamte Spektrum abdecken. Sinnvoll ist der Einstieg dort, wo die Preissensibilität am höchsten und die Standardisierung am größten ist:

Über g.d FullFinished sind diese Arbeiten finalisiert und für den direkten Weiterverkauf verfügbar, mit festgelegten Produktionszeiten: 8 Arbeitstage für Vollzirkon, 11 für Kronen, Brücken, Provisorien, Modellguss und Totalprothesen, 12 für Kombinationstechnik.

Die Preisfrage: Abstand statt Unterbietung

Eine zweite Linie wirkt nur, wenn der Abstand zur Hauptlinie für die Praxis erkennbar ist — und wenn Ihre Marge dabei intakt bleibt. Beides zugleich funktioniert, weil der Zukaufpreis unter Ihren internen Fertigungskosten liegt und Sie den Differenzbetrag als Handelsmarge behalten.

Rechnen Sie das vor der Einführung konkret durch: Zukaufpreis plus Materialzuschlag, Ihre Handelsmarge, der resultierende Praxispreis, der Abstand zur Hauptlinie. Der Fräskostenrechner liefert die Ausgangswerte je Arbeit und Material. Die Systematik dahinter beschreibt Wann sich der Zahnersatz-Zukauf rechnet.

Abgrenzung: der Teil, den die meisten unterschätzen

Zwei Linien im selben Labor funktionieren nur mit klaren Regeln. Ohne sie kannibalisiert die günstige Linie die teure innerhalb weniger Monate.

Wer die Abgrenzung sauber zieht, verliert keine Premiumaufträge — er gewinnt die zurück, die vorher ganz woanders hingegangen sind.

Unter eigenem Namen oder sichtbar zugekauft?

Beides ist tragfähig, die Entscheidung gehört aber vor den Start. Mit g.d WhiteLabel läuft die komplette Abwicklung von der Auftragsannahme bis zur Rechnungsstellung im Namen Ihres Labors, ein Direktkontakt zur Praxis findet nicht statt — die zweite Linie erscheint vollständig als Ihr Angebot. Wer stattdessen Wertschöpfung im Haus halten will, kombiniert: Gerüste aus g.d SemiFinished, Fertigstellung in Ihrem Labor. Die Abwägung behandelt White Label oder eigene Plattform.

Qualität als Argument gegenüber der Praxis

Die häufigste Rückfrage aus der Praxis lautet, was am günstigeren Angebot anders ist. Belastbar sind: CE-zertifizierte Materialien für die Medizintechnik, ein in Deutschland TÜV-zertifiziertes Qualitätsmanagement und eine vertraglich auf fünf Jahre verlängerte Gewährleistung (Voraussetzungen gemäß AGB). Der Unterschied liegt im Fertigungsort und in der Standardisierung, nicht in der Materialklasse.

Nächster Schritt

Wählen Sie drei Standardarbeiten, rechnen Sie Zukaufpreis, Marge und Praxispreis durch und definieren Sie die Indikationsgrenze zur Hauptlinie. Für die Testarbeiten genügt ein kostenloses Konto; bestellt wird über getdental.dentalhub.healthcare.

Das Wichtigste in Kürze

Eine zweite Produktlinie baut ein Dentallabor mit get.dental ohne eigene Zusatzfertigung auf: einsetzfertiger Zahnersatz (g.d FullFinished) oder Gerüste (g.d SemiFinished) werden nach Auftrag gefertigt und ergänzen das eigene Premiumsortiment. Feste Produktionszeiten in Arbeitstagen, CE-zertifizierte Materialien und TÜV-zertifiziertes Qualitätsmanagement sichern die Linie ab; mit g.d WhiteLabel läuft sie unter der Marke des Labors.

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