Lohnfertigung kalkulieren: vom Einkaufspreis zum eigenen Kundenpreis
Von Miguel Reis · get.dental GmbH · Aktualisiert am 7. Oktober 2026
Lohnfertigung Kalkulieren im Überblick
Rund um Lohnfertigung Kalkulieren stellt sich Dentallaboren vor allem eine Frage: Wie kalkulieren wir Lohnfertigung ohne Rechenfehler? Die folgenden Abschnitte ordnen Lohnfertigung Kalkulieren Schritt für Schritt ein.
Ob Lohnfertigung Kalkulieren sinnvoll ist, zeigt sich an Auslastung, Personal und Fertigungstiefe. Wer Lohnfertigung Kalkulieren sauber plant, prüft Kapazität, Qualität und Kosten vor der ersten Bestellung. Die Antworten zu Lohnfertigung Kalkulieren stützen sich auf die Abläufe bei get.dental. Bei Fragen zu Lohnfertigung Kalkulieren hilft der Kontakt weiter.
Zugekaufte Arbeiten brauchen eine eigene Kalkulation
Zwischen dem Preis auf Ihrer Eingangsrechnung und dem Preis für die Praxis liegen vier Kostenblöcke. Wenn Sie sie einzeln benennen, kalkulieren Sie stabil und müssen nicht bei jedem Auftrag neu schätzen.
Viele Labore kalkulieren zugekaufte Arbeiten wie eigene und schlagen einen pauschalen Aufschlag auf den Einkaufspreis. Das funktioniert, solange die interne Restarbeit gering und gleichmäßig ist. Sobald Verblendung, Anpassung oder häufige Rückfragen hinzukommen, wandert der Deckungsbeitrag unbemerkt nach unten.
Lohnfertigung kalkulieren: der Weg zum eigenen Preis
- Einkaufspreis der Arbeit erfassen, inklusive Versandanteil je Einheit.
- Interne Restarbeit in Minuten festlegen, getrennt nach Technik und Verwaltung.
- Minuten mit Ihrem internen Verrechnungssatz bewerten.
- Anteilige Prüf- und Dokumentationszeit ergänzen, auch wenn sie kurz ist.
- Risikoanteil für Nacharbeit aufschlagen, abgeleitet aus Ihrer eigenen Quote.
- Zielmarge aufschlagen und das Ergebnis mit dem üblichen Preisniveau der Arbeit abgleichen.
Schritt fünf wird am häufigsten übersprungen. Er ist der Unterschied zwischen einer Kalkulation, die im Jahresmittel trägt, und einer, die nur für fehlerfreie Fälle stimmt.
Die vier Kostenblöcke
| Block | Was hineingehört | Typische Erfassung |
|---|---|---|
| Einkauf | Preis der Arbeit, Versand, Zuschläge für Sondermaterial | Direkt aus der Eingangsrechnung, je Auftrag |
| Technik intern | Verblendung, Anpassung, Politur, Zweitkontrolle | Minuten je Arbeitsart, einmal sauber gemessen |
| Verwaltung | Auftragsanlage, Bestellung, Terminverfolgung, Abrechnung | Pauschale je Auftrag, jährlich überprüft |
| Risiko | Nacharbeit, Ersatzanfertigung, Kulanz, Terminverzug | Prozentsatz aus Ihrer Quote der letzten Monate |
Was der Zukauf an der Kalkulation ändert
Bei Eigenfertigung dominieren Personal- und Maschinenkosten, beide sind weitgehend fix. Bei Zukauf wandert der größte Posten in die variablen Kosten. Das verändert die Struktur der Kalkulation und macht sie planbarer, weil der Einkaufspreis bekannt ist, bevor gearbeitet wird.
Zwei Effekte sind dabei wichtig. Erstens sinkt das Risiko bei schwankender Menge, weil keine Kapazität leer läuft. Zweitens steigt die Bedeutung der internen Restarbeit, denn sie ist der einzige Posten, den Sie selbst beeinflussen.
Deshalb lohnt es sich, dass Sie Ihre Fertigungstiefe bewusst wählen, statt sie sich ergeben zu lassen. Der Vergleich der Stufen steht im Beitrag FullFinished oder SemiFinished.
Ein Kalkulationsblatt für den Alltag
Ein solches Blatt je Arbeitsart, einmal jährlich überprüft, erspart Ihnen die meisten Einzelentscheidungen. Es beantwortet auch die Frage, ab welcher Menge eine zweite Preislinie sinnvoll wird und wo die Grenze für Sonderwünsche liegt.
Für den Vertrieb unter eigener Marke gilt derselbe Aufbau mit einem zusätzlichen Block für Betreuung und Portalpflege, beschrieben in der Kalkulation der White-Label-Marge.
Zeilen, die genügen
- Arbeitsart und Materialstandard
- Einkaufspreis inklusive Versandanteil
- Interne Minuten Technik, interne Minuten Verwaltung
- Verrechnungssatz je Minute
- Risikoaufschlag in Prozent
- Ergebnis: Selbstkosten je Einheit
- Zielpreis und daraus abgeleitete Marge
Was im Einkaufspreis bereits steckt
Wer Lohnfertigung kalkulieren will, sollte vor dem Risikoaufschlag klären, was der Fertiger bereits mitliefert. Bei get.dental gehören dazu CE-zertifizierte Materialien für die Medizintechnik und ein TÜV-zertifiziertes Qualitätsmanagement. Für finalisierte Arbeiten gilt zudem eine vertraglich auf fünf Jahre verlängerte Gewährleistung, die Voraussetzungen regeln die AGB.
Die Frist ist in den AGB festgehalten: „Die Gewährleistungsfrist beträgt fünf Jahre ab Rechnungsdatum der Ware.“ (AGB der get.dental GmbH, § 7) Für die Kalkulation zählt auch die Bedingung daneben: Mängel sind innerhalb von zwei Wochen ab Erhalt der Ware schriftlich anzuzeigen.
Für Ihr Kalkulationsblatt heißt das: Der Risikoblock muss Fertigungsfehler nicht doppelt abbilden, soweit sie über die Gewährleistung des Partners abgedeckt sind. Was bleibt, ist Ihr eigener Anteil: Zeit für die Reklamationsabwicklung, die Kommunikation mit der Praxis und Terminverzug.
Auch die Produktionszeit wirkt in die Kalkulation. Sie ist bei get.dental je Arbeit festgelegt, von 8 Arbeitstagen für Vollzirkon bis 12 für Kombinationstechnik. Feste Zeiten erlauben kleinere Terminpuffer und binden weniger Kapazität in Ihrem Auftragsbuch.
Quellen
- Allgemeine Geschäftsbedingungen der get.dental GmbH, § 7 Haftung – get.dental GmbH
Häufige Fragen
Welcher Verrechnungssatz ist realistisch?
Er ergibt sich aus Ihren eigenen Zahlen: Personalkosten, Raum, Maschinen, Verwaltung, geteilt durch die produktiven Stunden. Branchenwerte taugen zur Plausibilitätsprüfung, nicht als Grundlage, weil Auslastung und Kostenstruktur zu unterschiedlich sind.
Wie oft sollte die Kalkulation überprüft werden?
Einmal jährlich vollständig und immer dann, wenn sich Einkaufspreise, Löhne oder Ihre Auftragsstruktur spürbar verändern. Zwischendurch reicht die Beobachtung der Nacharbeitsquote, weil sie am schnellsten auf Veränderungen reagiert.
Sollten zugekaufte Arbeiten günstiger angeboten werden als eigene?
Nicht automatisch. Der Preis richtet sich nach Leistung und Marktumfeld, nicht nach dem Fertigungsort. Sinnvoll ist eine bewusst gestaltete zweite Preislinie mit klar beschriebenem Leistungsumfang, damit sie Ihre bestehende Linie nicht untergräbt.
Aus welchen Kostenblöcken setzt sich der Preis zusammen?
Aus vier Blöcken: Einkauf (Preis der Arbeit, Versand, Zuschläge), Technik intern (Verblendung, Anpassung, Politur, Zweitkontrolle), Verwaltung (Auftragsanlage, Bestellung, Terminverfolgung, Abrechnung) und Risiko (Nacharbeit, Ersatzanfertigung, Kulanz, Terminverzug). Der Verwaltungsblock wirkt je Auftrag klein, entscheidet über hundert Aufträge im Monat aber mit, ob Ihre Preisstufe trägt.
Nächster Schritt
Für die Zeile Einkaufspreis brauchen Sie reale Werte. Preise und Fertigungsgrade sind unverbindlich einsehbar.
Lohnfertigung kalkulieren: typische Rechenfehler
Wer Lohnfertigung kalkulieren will, macht drei Fehler besonders oft. Erstens fehlt die eigene Prüfzeit im Wareneingang. Zweitens wird Versand nicht eingerechnet. Drittens fehlt ein Anteil für Nacharbeit.
Rechnen Sie deshalb je Arbeit mit vier Posten: Einkaufspreis laut Konditionen in Ihrem Konto, Prüfzeit, Versand und ein kleiner Aufschlag für Nacharbeit. Erst dann setzen Sie Ihren Praxispreis.
Feste Zeiten und Obergrenzen einplanen
Planbare Zeiten senken das Risiko. Die Produktionszeiten bei get.dental liegen je Arbeit fest, zwischen 8 und 12 Arbeitstagen. Eine erste Orientierung zur Einkaufsseite gibt der Fräskostenrechner. Bei Kassenarbeiten setzt § 88 SGB V die Obergrenze: Die vereinbarten Vergütungen sind Höchstpreise.
Wie Sie den Kundenpreis im White-Label-Modell ableiten, zeigt White-Label-Marge kalkulieren. Wann sich Zukauf insgesamt rechnet, steht in Wann sich der Zukauf von Zahnersatz rechnet. Welche Kosten oft fehlen, lesen Sie unter Kosten der Lohnfertigung bewerten. Das Sortiment finden Sie bei g.d FullFinished.
Das Wichtigste in Kürze
Lohnfertigung kalkulieren heißt für ein Dentallabor, die Stückkosten der Eigenfertigung (Personalzeit, Material, Maschinenstunden) gegen den Zukaufpreis plus interne Nacharbeit zu stellen. Konditionen für Gerüste und einsetzfertige Arbeiten sieht das Labor im Konto bei get.dental; eine erste Orientierung gibt der Fräskostenrechner. Feste Produktionszeiten in Arbeitstagen machen die Planung berechenbar.
Weiterführende Themen