Fachbeitrag · FullFinished

Zirkonkrone zukaufen: Preisfaktoren und Ablauf für Dentallabore

Was den Einkaufspreis einer Zirkonkrone bestimmt, wie der Zukauf abläuft und woran sich Qualität vor der Übergabe an die Praxis erkennen lässt.

Die Vollzirkonkrone ist die am häufigsten zugekaufte Arbeit in deutschen Dentallaboren. Sie ist digital vollständig abbildbar, materialseitig standardisiert und damit prädestiniert für die externe Fertigung. Wer eine Zirkonkrone zukaufen will, entscheidet deshalb weniger über die Machbarkeit als über Preis, Lieferzeit und Prüfaufwand.

Belastbare Preise nennt keine allgemeine Übersicht, weil sie von Material, Ausführung, Menge und Lieferzeit abhängen. Was sich benennen lässt, sind die Faktoren, die den Preis treiben — und die Positionen, die im eigenen Labor zusätzlich anfallen.

Warum Labore Zirkonkronen zukaufen

  • Die eigene Fräs- und Sintertechnik ist ausgelastet oder nicht vorhanden
  • Die Investition in Fräsmaschine, Sinterofen und Software rechnet sich bei der eigenen Stückzahl nicht
  • Personal fehlt, die Nachfrage ist aber vorhanden
  • Standardarbeiten sollen Kapazität für anspruchsvolle Fälle freimachen

Was den Einkaufspreis bestimmt

  1. Material und Transluzenz. Mehrschichtige, hochtransluzente Zirkondioxide liegen über einfacheren Qualitäten.
  2. Ausführung. Monolithisch ist günstiger als teil- oder vollverblendet.
  3. Individualisierung. Bemalung, Charakterisierung und Glanzbrand erhöhen den Aufwand.
  4. Datenlage. Ein sauberer Intraoralscan mit klarer Präparationsgrenze reduziert Rückfragen und Nacharbeit.
  5. Konstruktion. Wer das Design selbst liefert, kauft nur die Fertigung ein.
  6. Lieferzeit. Kurze Zusagen sind in der Regel teurer als Standardlaufzeiten.
  7. Fertigungsgrad. Gerüst zur eigenen Verblendung oder einsetzfertige Krone.

Wichtig für den Vergleich

Der Stückpreis allein sagt wenig. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn Sie den eigenen Aufwand für Wareneingang, Nacharbeit und Kommunikation je Krone mit einrechnen.

Monolithisch, teilverblendet oder Gerüst

Variante Aufwand im Labor Typischer Einsatz
Monolithische Vollzirkonkrone Wareneingangskontrolle Seitenzahnbereich, hohe Stückzahlen
Teilverblendete Krone Kontrolle, ggf. Feinkorrektur sichtbarer Bereich mit Ästhetikanspruch
Zirkongerüst Verblendung und Fertigstellung Frontzahn, eigene Keramikhandschrift

Finalisierte Kronen und Brücken sind Teil von g.d FullFinished, Gerüste zur eigenen Verblendung von g.d SemiFinished.

Ablauf des Zukaufs

  1. Scan oder Modelldaten im Labor auf Verwertbarkeit prüfen.
  2. Auftrag mit Zahn, Material, Farbe, Ausführung und Wunschtermin anlegen.
  3. Daten über die Bestellstrecke übermitteln, Patientenbezug auf das Nötige reduzieren.
  4. Fertigung und Lieferung abwarten; bei Vollzirkonarbeiten liegt die Lieferzeit im Rahmen von g.d FullFinished bei etwa acht Arbeitstagen.
  5. Wareneingang prüfen und dokumentieren.
  6. Übergabe an die Praxis mit korrekter Deklaration.

Qualität prüfen, bevor die Krone in die Praxis geht

  • Randschluss und Passung auf dem Modell
  • Approximalkontakte und Okklusion
  • Oberflächengüte, Politur, Farbwirkung im Vergleich zur Vorgabe
  • Wandstärken im kritischen Bereich
  • Vollständigkeit der mitgelieferten Unterlagen

Eine strukturierte Prüfsystematik beschreibt Wareneingangskontrolle im Dentallabor.

Eigene Kalkulation

Der belastbare Vergleich lautet nicht Einkaufspreis gegen Verkaufspreis, sondern Vollkosten der Eigenfertigung gegen Vollkosten des Zukaufs. Auf der Eigenfertigungsseite stehen Material, Arbeitszeit, Maschinenkosten, Wartung, Software, Ausschuss und Rüstzeiten. Auf der Zukaufseite stehen Einkaufspreis, Prüfaufwand, anteilige Nacharbeit, Kommunikation und Logistik.

Den Rechenweg im Detail zeigt Kosten der Lohnfertigung.

Häufige Fragen

Was kostet eine zugekaufte Zirkonkrone?

Das hängt von Material, Ausführung, Individualisierung und Lieferzeit ab. Aussagekräftig wird der Preis erst im Kontext Ihres Sortiments; die aktuellen Konditionen sehen Sie nach Anlage eines Kontos im Bestellportal.

Brauche ich einen Intraoralscanner?

Nein. Auch Modelle lassen sich im Labor digitalisieren. Ein Intraoralscan verkürzt aber den Weg und reduziert Übertragungsfehler.

Kann ich eigene Konstruktionsdaten liefern?

Wenn Sie CAD-Kompetenz im Haus haben, ist das häufig sinnvoll: Sie behalten die Konstruktion und kaufen nur die Fertigung ein.

Muss ich der Praxis sagen, dass die Krone zugekauft ist?

Ja, soweit es die Herkunft betrifft. Zahnersatz aus internationaler Fertigung ist gegenüber der Praxis zu deklarieren und in der Abrechnung korrekt auszuweisen.

Nächster Schritt

Prüfen Sie den Zukauf an Ihren häufigsten Kronenarbeiten, dokumentieren Sie den Wareneingang und vergleichen Sie erst danach auf Vollkostenbasis.

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