Terminplanung · Lohnfertigung

Lieferzeiten in der zahntechnischen Lohnfertigung realistisch planen

Die Fertigungszeit ist selten das Problem. Es sind die Tage davor und danach: Datensatz prüfen, Rückfrage klären, Versand, Eingangskontrolle. Wer sie mitrechnet, sagt Termine zu, die halten.

Wenn ein Labor eine Lieferzeit von wenigen Arbeitstagen liest, denkt es an die Zeit von der Bestellung bis zur Ankunft. Der Fertiger meint häufig die Zeit von der freigegebenen Konstruktion bis zur Übergabe an den Versand. Diese Lücke erzeugt die meisten Terminkonflikte, und sie lässt sich mit einem Satz schließen.

Die Etappen einer Lieferzeit

Etappe Was passiert Wer beeinflusst sie
Auftragsvorbereitung Datensatz prüfen, Anweisung schreiben, bestellen Das eigene Labor
Klärung Rückfragen zu Datensatz, Material, Endzustand Beide, abhängig von der Beschreibung
Fertigung Konstruktion, Fertigung, Ausarbeitung, Endkontrolle Der Fertigungspartner
Versand Verpackung, Transport, Zustellung Dienstleister, abhängig von Versandart
Eingang und Freigabe Prüfung, Dokumentation, Freigabe zur Weitergabe Das eigene Labor
Interne Restarbeit Verblendung, Anpassung, Fertigstellung Das eigene Labor, nur bei Halbfertigerzeugnissen

Drei von sechs Etappen liegen im eigenen Haus. Wer die Durchlaufzeit verkürzen will, findet dort meist mehr Spielraum als in Verhandlungen über die Fertigungszeit.

Zusagen gegenüber der Praxis

Eine belastbare Zusage nennt ein Datum, keine Zeitspanne. Zeitspannen werden in der Praxis als kürzest möglicher Wert gelesen und im Terminbuch entsprechend eingetragen.

Bewährt hat sich, den Termin aus der Summe der Etappen zu bilden und einen festen Puffer zu ergänzen, statt eine Erfahrungszahl zu nennen. Das dauert einmal fünf Minuten je Arbeitsart und gilt danach für alle Fälle dieser Art.

Für den ersten Auftrag bei einem neuen Partner sollte großzügiger geplant werden. Die Klärungsetappe ist am Anfang länger, weil sich Beschreibung und Erwartung erst einspielen. Die Auswahlkriterien dazu stehen unter Fertigungspartner auswählen.

Puffer richtig setzen

Drei Puffer, unterschiedlich begründet

  • Klärungspuffer: ein Arbeitstag für Rückfragen, solange die Arbeitsart neu ist. Entfällt, sobald die Rückfragequote gegen null geht.
  • Transportpuffer: abhängig von Versandart und Wochentag. Freitagsendungen brauchen mehr Reserve als Dienstagsendungen.
  • Nacharbeitspuffer: abgeleitet aus der eigenen Beanstandungsquote. Bei einer von zwanzig Lieferungen mit Nacharbeit reicht ein Puffer im Einzelfall, nicht pauschal.

Puffer sind kein Zeichen von Misstrauen, sondern Teil der Planung. Problematisch sind nur unsichtbare Puffer, die jeder für sich einrechnet. Dann summieren sie sich, und die Durchlaufzeit wächst ohne erkennbaren Grund.

Wenn es trotzdem eng wird

  • Frühzeitig ankündigen. Ein angekündigter Eilfall wird zuverlässiger eingeplant als einer, der unangekündigt eintrifft.
  • Fertigungsgrad wechseln. Wenn die eigene Verblendung frei ist, kann ein Halbfertigerzeugnis schneller sein als eine fertige Arbeit.
  • Teillieferung vereinbaren. Bei mehrgliedrigen Fällen kann der zeitkritische Teil vorgezogen werden.
  • Termin verschieben, bevor er reißt. Zwei Tage vorher mit Begründung, nicht am Morgen des Behandlungstags.

Wiederholt sich der Engpass, ist er kein Terminproblem, sondern ein Kapazitätsproblem. Die Systematik dazu steht in der Kapazitätsplanung.

Häufige Fragen

Wie viele Arbeitstage sind für externe Fertigung realistisch?

Das hängt von Arbeitsart, Fertigungsgrad und Versandweg ab. Verlässlicher als eine allgemeine Zahl ist die eigene Auswertung: Zusagedatum gegen Eingangsdatum, über zwanzig Aufträge. Danach ist die realistische Spanne für das eigene Labor bekannt.

Lohnt sich Expressversand?

Nur, wenn der Engpass tatsächlich im Transport liegt. Häufiger liegt er in der Klärungsetappe. Ein vollständiger Datensatz spart in der Regel mehr Zeit als ein schnellerer Versand, und er kostet nichts.

Wie werden Feiertage und Betriebsferien berücksichtigt?

Am besten einmal jährlich abgefragt und im eigenen Kalender vermerkt, auf beiden Seiten. Regionale Feiertage am Fertigungsstandort werden regelmäßig übersehen und verschieben Termine um mehrere Tage.

Was tun bei häufigen Terminabweichungen eines Partners?

Zahlen sammeln statt Eindrücke sammeln: zugesagt gegen geliefert, über ein Quartal. Mit dieser Auswertung lässt sich das Gespräch sachlich führen, und sie zeigt auch, ob die Abweichungen an bestimmten Arbeitsarten oder Wochentagen hängen.

Nächster Schritt

Termine planen heißt, verlässliche Angaben zu haben. Lieferzeiten je Arbeitsart lassen sich unverbindlich einsehen.

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